Geschichte

Geschichte

von Karl Dambach

inseratEin Student namens Helmut Schreiber, der später weltbekannte KALANAG, hat dieses Inserat im Herbst 1921 aufgegeben.

Es meldeten sich daraufhin ca. 20 Personen, die aber teilweise andere Erwartungen über den Sinn und Zweck des MAGISCHEN ZIRKELS hatten.

Als ernsthafte Interessenten und Gründungsmitglieder blieben die Münchner Zauberer: Schreiber, Figner, Gamerz, Fischer, von Winter, Zeisler, Zimmer und Harras.

Zur ersten Zusammenkunft traf man sich im Nebenzimmer des bekannten Gasthauses “Bauerngigl”. Die offizielle Gründung fand dann am 7. Oktober 1921 im Restaurant “Walter von der Vogelweide” statt.
Der 7. Oktober 1921 ist also der offizielle Geburtstag unseres Ortszirkels.
Im “Walter von der Vogelweide” fand auch die erste öffentliche Vorstellung im von Zuschauern überfüllten Raum mit großem Erfolg statt. Damals schon trafen sich die Münchner Zauberer wöchentlich. Die Mitgliederzahl wuchs stetig. Ein zweckmäßigeres Zirkellokal wurde dann im Pschorrbräu, Neuhauser Straße, gefunden. In diesem “Zwanziger Jahren” kamen auch die bekannten Namen Hildebrand, Martin und Seyr in die Mitgliederliste.


Kalanag
Kurz vor seinem umzug nach Berlin bereitete Helmut Schreiber noch den vermutlich ersten Zauberkongress der Welt vor. Nach Helmut Schreiber übernahm Baptist Huber die Leitung des OZ-München. In dieser Zeit erschien auch das 1. Münchner Sonderheft der Zeitschrift Magie, dem noch viele andere folgen sollten. Anschließend wurde Willy Forster Vorsitzender.Seit 1941 ist auch Anton Lackner eines der treusten und aktivsten Mitglieder unseres Ortszirkels.

1945: Es war erstaunlich, daß trotz der Kriegshandlungen und des bevorstehenden Zusammenbruchs des 3. Reiches der Magische Zirkel aktiv blieb. Auch die Fachzeitschrift MAGIE erschien noch mit der Januar- und Februar-Ausgabe unter dem Herausgeber Helmut Schreiber – KALANAG.

In den ersten Nachkriegsjahren haben sich die Zauberkünstler langsam wieder zusammengefunden.
Auch die Gruppe München, wie sie sich damals nannt, hatte bereits 1946 durch ihre Aktivitäten von sich reden gemacht. Vorsitzender war zunächst Gustav Fischer, denn Emil Thoma. Von hier gingen auch Impulse zur Wiedergründung des magischen Zirkels von Deutschland aus.

Zeitgleich baute KALANAG, nun Ehrenpräsident des MZvD, seine Zauber-Revue auf und feierte mit seiner Partnerin GLORIA die ersten großen Erfolge.
Ein anderer Münchner, Axel Hellström, startete als eleganter Manipulator zu einer viel bewunderten, internationalen Zauberer-Karriere. Obwohl später nicht mehr in München ansässig, blieb er jedoch bis zu seinem Tode 1994 Mitglied des OZ-München.

1950: Unter dem Motto “München grüßt die Zauberer der Welt” fanden vom 20.-26. September 1950 der Kongreß des Magischen Zirkels in der bayrischen Metropole statt, und zwar im Deutschen Theater.
Der 1. internationale Sieger beim Zauberwettstreit dieses Kongresses wurde Ralf BIALLA mit seiner Partnerin BIALLA, die auch zur “Miss Magie 1950/51″ gekürt wurde.

1951 kam es zu einer Spaltung, in deren Folge der Zauberring München entstand. Heute sind die beiden Clubs einander freundschaftlich verbunden.

Nach kurzem Vorstiz von Pudmeni, einem Berufszauberer, wurde Franz Amler zum Ortszirkelleiter gewählt.
Weit über die Grenzen Münchens hinaus wurde Franz Amler – “FRAMELLO” als Erfinder von Zauberkunststückchen bekannt. Auch bei manchem Profi gehörten und gehören Amler-Trickentwicklungen zum Programm. nach mehreren Jahren als Vorstand wurde Franz Amler zum Ehrenmitglied des OZ-München ernannt.
Ihm folgte Heinrich Kraus der spätere Geschäftsleiter des MZvD, als Ortszirkelleiter. Er wurde von dem unvergessenen Fritz Stieg abgelöst. Dieser leitete dann unseren Club 15 Jahre lang! In dieser Zeit und auch noch danach gab es kaum eine Veranstaltung von Zauberkünstlern, die nicht die Handschrift von Fritz Stieg trug. Er war im In- und Ausland, insbesondere bei Kongressen des MAGISCHEN ZIRKELS, ein erfolgreicher Regisseur.

Auch bei der bekannten Fernsehsendung “Stars in der Manege” war es Fritz Stieg, der die Zauberattraktionen als Regisseur betreute. Er war auch lange Jahre Präsidiumsmitglied des MZvD, später auch Vizepräsident sowie komissarisch amtierender Präsident und Ehrenvorsitzender des Magischen Zirkels OZ-München.

Onkel Peppi

In den 60er Jahren wurde unser Mitglied Dr. Ernst Schram alias “Onkel Peppi” auf dem Züricher Kongress Weltmeister in der Sparte Comedy. Auf späteren Kongressen und Meisterschaften hat er weitere zahlreiche Preise erzaubert.

1965 gestalteten die “Münchner” die vielgelobte Ausgabe 7/8 der Fachzeitschrift MAGIE.
1968 konnten wir den bekannten Schauspieler Herbert Bötticher als Zauberfreund und neues Mitglied im OZ-München begrüßen.

1971 wurdde Karl Dambach OZ-Leiter und organisierte den Kongreß “Geburtstagstreffen 50 Jahre OZ-München”. Im Gegensatz zu den Festvorstellungen vieler anderer Kongresse wurde die Gala nur von Münchner Zauberern gestaltet.

1973 folgte dann Heinz Lurz als OZ-Leiter. Durch seine Seminare und Seminarfilme war er auf allen deutschsprachigen Zauberer-Treffen ein willkommener Gast.
Rudolf Braunmüller, ein magischer Schriftsteller und Experte in Zaubergeschichte wurde 1974 Vorsitzender unseres Clubs.

1976 war es wieder Karl Dambach, der die Geschicke des OZ-München leitete.
Eine ausführlichere Schilderung soll einen Einblick geben, was sich im Verlauf eines ereignisreichen Jahres unseres Clublebens tut.

Es wurde eine Bühnenschau im Amerika-Haus gegeben. Einige Wohltätigkeitsveranstaltungen zeigten, dass die Zauberer ihre Kunst auch für gute Zwecke einsetzen können. Das “MAGIC-CASTLE” mit der Elite der amerikanischen Zauberer besuchten den OZ-München. Glänzender Höhepunkt war der Empfang der in einem Sonderflugzeug angereisten Gäste im Münchner Rathaus. Star war natürlich Siegfried von “SIEGFRIED & ROY”.

Einige Wochen später traf man sich mit einer Auswahl Schweizer Zauberfreunde zu einem magischen Wochenende im PENTA-Hotel und im Ratskeller.

Ein Zauberprogramm mit Künstlern des OZ-München stand eine Woche auf dem Theaterplan einer Schwabinger Bühne und brachte ausverkaufte Vorstellungen.
Eine unvergeßliche Weihnachstfeier im “Bayrischen Hof” mit einem festlichen Buffet, Aufnahmezeremonie von Neumitgliedern und dem Ehrengast Gustl Bayrhammer bildete den Abschluß dieses zauberhaften Jahres.

München ist international.
Ein Amerikaner wurde 1977 Ortszirkelleiter. Herbert von Heldt, ein weltbekannter Amateurzauberer war an der Spitze der Münchner Magier.

Rudolf Braunmüller, ein Mann, der für die und auch von der Zauberei lebt, gab ab 1978 wieder neue zauberische Impulse als Vorsitzender des OZ. Er gestaltete und leitete auch den Kongreß “MÜNCHEN MAGISCH” 1981. Die dort aufgeführten Galas und der “Ball Bavaria” waren noch lange in aller Munde. In diesen Jahren wurde auch jeweils ein CADABA-Wanderpokal für besondere magische Leistungen im Ortszirkel und im Zauberring gestiftet.

Zwischenzeitlich hat eine beachtliche Zahl unserer Mitglieder im In- und Ausland bei Kongressen und Wettbewerben 1., 2. und 3. Wettbewerbspreise geholt. Ganz besonders stolz sind wir aber darauf, dass 1982 wieder einer aus unseren Reihen den Weltmeistertitel holte. Toni Forster wurde Weltmeister in der Sparte “Mental-Magie” beim Weltkongreß in Lausanne.

1983 übernahm dann wieder Franz Amler für einige Jahre den Vorsitz.


Franz Amler – FRAMELLO
In diesem Jahr begann auch eine neue Ära: Nach 6 Jahrzehnten reiner “Männerwirtschaft” wurde Margot CHESS Litten als erstes weibliches Mitglied in den OZ aufgenommen. Bald fanden sich Nachfolgerinnen, und heute dürfte unser Club zu den “hexenreichsten” in Deutschland gehören.Am Ende seiner Amtszeit wurde neben Fritz Stieg auch Franz Amler zum Ehrenvorsitzenden des Ortszirkels München gewählt.

1988 wurde Harold Voit 1. Vorsitzender. Durch sein Wissen und Können als Inhaber der Zauberzentrale und als Leiter der Zauberschule München profitierten unsere wöchentlichen Zusammenkünfte.

Der 1. Magic-Comedy-Club gestaltete im Jahre 1991 eine Spielzeit lang, unter Einbeziehung von Künstlern des OZ-München mit großem Erfolg das Programm im Theater “BEL ETAGE”. Es lag daher nahe, dass auch die 70-Jahr-Feier des Magischen Zirkels OZ-München im “BEL ETAGE” mit Bühnenprogramm und Buffet gefeiert wurde.

Im Juni 1992 wartete eine neue Aufgabe: Die Münchner Zauberer richteten die Vorentscheidung Süd zu den Deutschen Meisterschaften aus, auf denen sich natürlich auch Clubmitglieder qualifizierten.
1993 gab der OZ einen Empfang im Hotel “Vier Jahreszeiten”, wo zu dieser Zeit David Copperfield wohnte. Unser Club hatte nämlich den Auftrag, dem Weltstar anläßlich seiner Europatournee im Namen des MZvD eine Ehrung zu überreichen.

Anfang März 1994 bezogen wir nach langen Jahren im “Prälat” ein neues Clublokal im Hotel “Budapest”. Dies wurde zum Anlaß genommen, uns und unser Hobby mit einem Empfang für Prominenz aus Politik und Kultur und auch der Presse darzustellen. Ein Cocktailempfang mit Zauberei, ein Rückblick auf die Geschichte des Magischen Zirkels in München durch Karl Dambach und Franz Amler und eine von Harold Voit und seinen Vorstandsmitgliedern gemeinsam vorgeführte neuartige Schirmillusion bildeten den Auftakt. Es folgte ein buntes Programm auf einer kleinen Bühne. Nach diesem magischen Leckerbissen gab es als glanzvollen Abschluß ein festlich geschmücktes Buffet.

1994 wählte die Hauptversammlung unseres Clubs wieder Karl Dambach zum Vorsitzenden. Zahlreiche, meist mit Zuschauern überfüllte Gästeabende – abwechselnd Close-Up-, Salon- und Bühnenprogramme wurden in den vorangegangenen Jahren veranstaltet.

Im Jahre 1996 zog der OZ mnit seinen wöchentlichen Sitzungen ins Intercity-Hotel um. Vor den Sommerferien nahm man das 75 jährige Bestehen zum Anlaß für eine zweitägige Zauberfahrt mit dem Donauschiff nach Linz, und natürlich wurden auch Kunststücke aus den Reisetaschen gezaubert.

NB.: Es wären noch viele Begebenheiten erzählenswert.
Auch viele Namen aktiver Zauberfreunde und er unentbehrlichen 2. Vorsitzenden, Schriftführer, Kassierer und Fachräte wären zu nennen. Nicht zu vergessen unsere zahlreichen Preisträger. Mea culpa … aber das Heft würde zu umfangreich, und wir können kein mehrbändiges Werk herausgebe.

Karl Dambach